TARIFTextil und Bekleidung

Tarifeinigung in der Textil- und Bekleidungsindustrie erzielt

Die IG Metall und der Arbeitgeberverband haben in der Nacht in Billerbeck in der 4. Verhandlung einen Tarifabschluss für die Beschäftigten der westdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie erzielt.

Demnach steigen die Entgelte für die rund 100.000 Beschäftigten ab 1. Oktober 2023 um 4,8 Prozent, sie erhalten mindestens 130 Euro. Ab 1. September 2024 steigen die Entgelte um weitere 3,3 Prozent, mindestens jedoch 100 Euro. Die Auszubildenden erhalten zu den gleichen Zeitpunkten eine Erhöhung ihr Vergütung von 130 Euro bzw. 100 Euro.

Zudem erhalten die Beschäftigten eine steuerfreie Inflationsausgleichsprämie in Höhe von 1500 Euro. 1000 Euro erhalten sie mit der April-Abrechnung, die restlichen 500 Euro werden im April 2024 ausbezahlt. Auszubildende erhalten jeweils die Hälfte der Inflationsausgleichsprämie, Teilzeitbeschäftigte bekommen diese anteilig. Darüber hinaus konnten sich die Tarifvertragsparteien auf eine Verbesserung und Verlängerung der Altersteilzeit einigen. Der Tarifvertrag läuft bis zum 28. Februar 2025.

Marc Otten, Mitglied der Verhandlungskommission und in der IG Metall NRW für die Branchen zuständig: „Nach einer langen und harten Verhandlung haben wir ein Ergebnis erzielt, das dauerhaft die Entgelte erhöht und die Kaufkraft stabilisiert. Die Mindestbeträge führen zu einer deutlich überproportionalen Entgelterhöhung in den unteren Lohngruppen. Auch die Auszubildendenvergütung erhöht sich deutlich überproportional. Das ist zum einen eine starke soziale Komponente. Zum anderen ist es ein wichtiger Beitrag für die Zukunftsfähigkeit der Branche. Denn es macht sie beim Wettbewerb um Fachkräfte attraktiver.

Wir haben stets betont, dass Tarifpolitik alleine nicht eine kriegsgetriebene Inflation ausgleichen kann. Zusammen mit den von der Politik beschlossenen Maßnahmen und Entlastungspaketen, auf die die IG Metall im letzten Jahr gedrängt hat, ergibt sich jetzt ein starkes Gesamtpaket gegen die gestiegenen Lebenshaltungskosten.“

Otten weiter: „Dieses sehr gute Ergebnis war nur durch die großartige Beteiligung der Beschäftigten an den Warnstreiks und Aktionen möglich. Alleine in NRW haben sich über 10 000 Beschäftigte daran beteiligt. Ohne diesen Druck hätten die Arbeitgeber nicht eingelenkt.“

Der Tarifabschluss fällt auf ein historisches Datum. Genau vor 25 Jahren, schlossen sich am 1. April 1998 die Gewerkschaften Textil und Bekleidung und die IG Metall zusammen. Seitdem vertritt die IG Metall die Interessen der Textilerinnen und Textiler.

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